Interview mit Annett Louisan über ihr neues Album, die aktuelle Tournee und die Liebe

VON

A

nnett Louisan bezaubert mit ihren tiefsinnigen, deutschsprachigen Chansons immer wieder aufs Neue. Anlässlich des Tournee-Starts zum aktuellen Album, haben wir sie für ein Interview getroffen und mit ihr über ihre Musik und die „kleine große Liebe“ gesprochen.

 

Annett, im März 2019 wurde Dein neues Album „Kleine große Liebe“ veröffentlicht. Welche Themen behandelst Du in den Songs dieses Albums?

Ja, es geht um die Liebe – und zwar um die kleine und große Liebe. Ich bin persönlich der Meinung, dass es wirklich immer um Liebe geht, egal was wir tun. Die Liebe ist unser Motor, das ist unser Bestreben. Daher ist die Liebe auch immer wieder ein schönes Thema.

 

Wo hast Du die Inspiration zu dem Album gefunden?

Ich habe mich in den letzten Jahren viel mit mir selbst beschäftigt. Vielleicht lag es daran, dass ich 40 und Mutter geworden bin. In jedem Fall waren das gewissermaßen Übergangsjahre, die so reich waren, weil man sich selbst einfach näherkommt. Und das ist auch das, worum es in dem Album geht: um Selbstliebe, um Mutterliebe, um Liebe, die krank macht, aber auch um Sehnsucht und die Liebe zur Familie.

 

Während Deiner Tournee steuerst Du die unterschiedlichsten Städte an – freust Du Dich auf eine Stadt ganz besonders?

In jeder Tour gibt es andere Tour-Highlights und manchmal wird man auch regelrecht überrascht. Aber klar, die Elbphilharmonie in Hamburg ist für mich dieses Jahr schon ein großes Ereignis, weil ich in der Stadt lebe. Gleichzeitig ist es für viele Leute, die zu diesem Konzert kommen, auch etwas Besonderes, ein Konzert in der Elbphilharmonie zu sehen.

Selbstverständlich ist auch Berlin immer eine wichtige Stadt für mich, ja fast schon eine Hochburg.

Kürzlich habe ich in Österreich in der Burgarena Finkenstein gespielt. Das ist einfach eine der schönsten Kulissen unter freiem Himmel. Das Amphitheater, die Lage oben auf dem Berg, dabei die untergehende Sonne – ein Traum, ich bin immer noch ganz beseelt von diesem Erlebnis.

Dann gibt es aber auch wieder Konzerte, die beeindrucken auf eine ganze andere Art und Weise. Vor kurzem wurde eines meiner Konzerte von einem heftigen Regenschauer heimgesucht, sodass wir sogar eine Zwangspause einlegen mussten. Letztlich haben wir unter strömenden Regen weitergespielt und die Leute sind zusammengerückt. Das war im Endeffekt ein ganz tolles Konzert und etwas sehr Besonderes.

 

Wie fühlst Du Dich unmittelbar vor einem Konzert? Bist Du aufgeregt oder tiefenentspannt?

Ich bin ein Lampenfieber-Typ. Ich habe mir mal sagen lassen, dass man es ist oder eben nicht. Man lernt mit den Jahren etwas besser damit umzugehen und das Lampenfieber in Konzentration umzuwandeln, aber im Grunde bleibt es immer.

Ich brauche vor einem Konzert auch immer Zeit für mich, um mich zu sammeln, zu finden und mich auf das Konzert vorzubereiten. Der Respekt vor der Bühne muss meiner Meinung nach immer da sein, das finde ich ganz ganz wichtig, um Liebe und wirklich Alles geben zu können.

 

Was sind für Dich besondere Glücksmomente bei einem Live-Konzert?

Es ist einfach toll, auf so viele Menschen zu treffen. Wenn man mit 1000 bis 2000 Menschen zusammen ist und man sieht, wie Emotionen – Freude, wie Tränen – auf die Geschichten, die ich erzähle, aufkommen, dann berührt mich das total.

Das Leben ist wie ein Muskel. Es geht um Anspannung und Entspannung, das kann man auch ganz gut runterkürzen auf ein Konzert. Vorher die große Anspannung und danach die große Entspannung – das ist einfach wundervoll.

 

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© Christoph Koestlin

 

Fast jeden Tag an einem anderen Ort spielen, ist anstrengend. Wie entspannst Du am besten?

Ja, das ist ein Punkt, an dem ich immer noch arbeite. Ich versuche immer noch zu lernen, so richtig gut auf mich aufzupassen.

Denn wenn man alles gibt, dann hat man nachher nichts mehr. Gerade an Adrenalin und Glücksgefühlen – bei einem Konzert schießt man die Emotionen nur so raus.

An den ersten Tagen nach so einer Tour, muss ich ein paar Tage nur mit meiner Familie verbringen, um mir Ruhe und Entspannung zu gönnen.

Besonders Spazierengehen, frische Luft und Bewegung sind Dinge, die einfach heilsam sind. Netflix habe ich auch für mich entdeckt – eine gute Serie kann auch sehr entspannend sein, gerade mit einem kleinen Kind, weiß man das zu schätzen.

 

Während einer Tournee bist Du natürlich ganz schön viel unterwegs. Welche Beauty-Routine darf bei Dir trotzdem nicht fehlen?

Meine wichtigste Beauty-Routine kommt von Innen: Ich versuche so viel Wasser wie möglich zu trinken, denn das fällt mir für gewöhnlich sehr schwer. Wenn ich viel Wasser trinke, dann geht es mir seelisch und körperlich einfach besser.

Außerdem versuche ich gut zu schlafen. Gerade während der Tour ist das aber leichter gesagt als getan. Denn die Konzerte sind meist am Abend und im Anschluss dauert es etwas, bis man wieder zur Ruhe kommt.

Zu guter Letzt finde ich, dass man aber auch gnädig mit sich selbst sein sollte. Ich bin der Meinung, dass der Mensch ein bis zwei Laster braucht.

 

Hast Du einen persönlichen Beauty-Tipp, den Du gerne mit uns teilen würdest?

Ich versuche einmal in der Woche meine Haare intensiv zu pflegen. Mithilfe eines reichhaltigen Öls klappt das besonders gut. Ich lasse das Haaröl dann gerne über Nacht einwirken, sodass mein Haar regelrecht getränkt wird. Das tut meinem Haar auch wirklich gut. Denn durch die Tour muss ich meine Haare häufig waschen, sie werden beinahe täglich mit dem Glätteisen und Beauty-Produkten gestylt – das verlangt ihnen natürlich auch einiges ab.

 

Was liebst Du an Deinem Beruf?

Ich liebe an meinem Beruf, dass er so intensiv ist und so viel mit Menschen zu tun hat.

Es ist schon toll mit den Leuten auch ins Gespräch zu kommen, besonders nach dem Konzert.

Das ist ein sehr intensiver Austausch und ich bin sowieso ein Mensch, der schnell warm wird mit dem Gegenüber. Small-Talk interessiert mich wenig – wenn dann geht’s ans Eingemachte. Ich stelle gerne Fragen, höre aber auch sehr gerne zu.

Außerdem bin ich überzeugt, dass Musik heilsam ist. Sie hält jung, trainiert den Kopf und hält fit. Musik bewirkt etwas in uns, sie ist schlichtweg ein Jungbrunnen.

 

Annett, Dein Fokus liegt auf deutschsprachigen Chansons. Was war der Auslöser am Anfang Deiner Karriere, diese Musikrichtung einzuschlagen?

Das war mir bei meinem ersten Album noch nicht so klar, dass es mehr und mehr in die Richtung Chansons gehen würde. Das habe ich dann mit der Zeit auf der Bühne gemerkt. Es hat mir so Spaß gemacht, Geschichten zu erzählen, Politik im Kleinen zu machen und über Menschen und Zwischenmenschliches zu singen.

In meiner Musik gibt es wenige Songs, in die man einfach so einsteigen kann, wie es für gewöhnlich bei Pop-Songs der Fall ist. Man muss viel mehr von vorne bis hinten hören, damit man weiß worum es geht und wo die Pointé liegt.

Und so habe ich meine Nische gefunden und gemerkt, dass ich darin stark bin. Auf der Bühne bin ich im übertragenen Sinne nackt – man sieht mir alles an, alle Emotionen, Nervosität, Freude, aber auch Schmerz.

Am Anfang meiner Karriere, wollte ich auch immer so sein wie meine Idole, doch dann habe ich verstanden, dass es nicht darum geht, wie die anderen zu sein, sondern dass es wichtig ist, man selbst zu sein. Man muss unique und besonders sein – und dafür braucht man etwas Mut, denn dadurch ist man automatisch angreifbar.

Und heute bin ich froh, dass ich meine Stimme nicht verstelle, sondern so voll bei mir bin.

 

Vielen Dank!

 

Konzerttickets für ein Konzert Deiner Wahl der aktuellen Tour kannst Du derzeit auf den asambeauty Social Media Kanälen gewinnen. Gleich mitmachen: Gewinnspiel Annett Louisan.

 

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