Bayerisch für Anfänger – Fehler, die Du in München vermeiden solltest

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zapft is! In weniger als einem Tag ist es so weit – die Wiesn beginnt. Das größte Volksfest der Welt zieht wieder Millionen Besucher nach München. Damit Du Dich nicht gleich als Tourist outest und bei den Bayern voll punktest, haben wir hier Basics des bayerischen Dialekts und die fatalsten Fehler für Dich zusammengestellt.

 

 

Kruzefix no amoi, wos hat da damische Saupreiß scho wieda gsagt? Okay zugegeben, wir Bayern sind schon ein eigenes Volk. Bekannt für unseren Humor und die Gaudi, die Du mit uns haben kannst, ist es kein Wunder, dass die Wiesn alias das Oktoberfest jedes Jahr unzählige Leute nach München lockt. Vom 22. September bis zum 07. Oktober wird die Theresienwiese in eine Feiermeile verwandelt. Folgende bayerische Begriffe und Floskeln helfen Dir dabei, das Volksfest unter dem Himmel der Bayern zu rocken.

 

4 Sünden, die du im Umgang mit Bayern unbedingt vermeiden solltest

Sünden – sie werden leicht begangen, aber nur schwer verziehen. Jeder Bayer kennt sie: Diese nicht-bayerischen Wörter, bei denen sich die Haare aufstellen und man am liebsten schreiend weglaufen möchte. Diese vier Bayerisch-Fehler solltest Du deshalb unbedingt vermeiden.

1 Ich gehe heute auf die Wiese

Es heißt die Wiesn – nicht das oder der Wiesn. Wiesn wird ohne das „e“ ausgesprochen. In Bayern heißt es also auch nicht die Wiesen oder Wiese. Abgesehen von dem Namen des Festplatzes – Theresienwiese – auf dem das Oktoberfest stattfindet, hat es nämlich nichts mit einer grünen Wiese zu tun.

2 Eine Maas bitte

Das Bier wird auf der Wiesn immer in Ein-Liter-Krügen gebracht. Das Ganze nennt sich dann eine Maß. Dabei liegt die Betonung auf dem Eszett – es hat nichts mit dem Meter Maß zu tun, welches ja mit langem a ausgesprochen wird. Zur Veranschaulichung: Es wird „die Mass“ ausgesprochen und nicht „die Maas“.

3 Eine weiße Wurst bitte

Weißwurscht ist wirklich lecker. Du isst sie mit einer Brezn und süßem Senf. Der Geschmack kann dem Bayer aber leicht versaut werden, wenn Begriffe wie „weiße Wurst“ fallen oder er dabei zuschauen muss, wie sein Lieblingsfrühstück mit Haut und Ketchup gegessen wird. Zuzln ist erwünscht, Du darfst die Haut aber auch einfach abziehen.

4 Ein Brötchen zu meiner Weißwurst bitte

Genauso verwirrt, wie der Bayer in Berlin angeschaut wird, wenn er beim Bäcker eine Semmel bestellt – so verwirrend ist es in Bayern das Wort Brötchen zu hören. Also lass es am besten einfach weg.

 

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Floskeln, die Du unbedingt üben solltest

Nur zu gerne testen Bayern Dich auf Deine Bayerisch Kenntnisse. Wenn Du also die großen Sünden gemeistert hast, kannst Du Dir folgende Floskeln merken, um bei jedem Bayer richtig zu punkten.

1 Oans, zwoa, drei, g’suffa!

Diesen Spruch musst Du einfach draufhaben – Du kommst auf dem Oktoberfest nicht um ihn herum. Auch wenn aus eins „oans“ wird und aus zwei „zwoa“, bleibt drei bei drei und wird nicht zu „droa“. Im Bierzelt kommt der Spruch oft nach einem Prosit – Ihr stoßt dann bei drei an und trinkt gemeinsam.

2 Oachkatzlschwoaf

Das Lieblingstestwort der Bayern. Jeder Bayer hat schon mindestens einmal einen Freund dem Bayerisch-Test unterzogen. Das Wort bedeutet eigentlich nur „Eichhörnchenschwanz“, ist aber so schwer auszusprechen, dass schon zahlreiche bei dem Versuch gescheitert sind. Also sprich mir nach: Oach-katzl-schwoaf.

 

 

Die Klassiker, die sogar zugereiste Münchner kennen

Es gibt ein paar Klassiker der bayerischen Sprache, die Dir sicherlich auch nicht unbekannt sind.  Wenn Du ein bisschen obandln – flirten – möchtest, integriere sie auf jeden Fall in Deinen Bayerisch-Wortschatz.

1 Servus

Das bayerische Ciao. Hallo, Tschüss, guten Tag, auf Wiedersehen. Egal, wann und wo, Servus geht eigentlich immer. Du kannst damit grüßen und Dich verabschieden. Also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

2 A fesches Madl oder a fescher Bua

Fesch bedeutet so viel wie hübsch. Bua ist der Junge und Madl das Mädchen. Wenn Du also jemandem begegnest, der Dir wirklich gut gefällt, kannst Du ihm oder ihr sagen, dass er ein fescher Bua beziehungsweise sie ein fesches Madl ist.

3 Du hast Dein Spatzl schon gefunden?

Wenn Du Deinen Schatz schon gefunden hast, dann kommst Du vermutlich um eines der Wiesn-Lebkuchenherzen nicht herum. Kauf ihm oder ihr doch eines mit „Spatzl“ drauf – das steht nämlich für Lieblingsmensch oder Schatz. Erstaunlicherweise wird „Spatzl“ meistens aber nicht mit a, sondern mit o ausgesprochen. Korrekt heißt es dann: Spoozl.

4 Achtung, Obacht

In den Zelten auf dem Oktoberfest wimmelt es nur so von Menschen – nicht immer ein leichtes Spiel für die Bedienungen. Gerade auf dem Weg zur Toilette oder bei einem Besuch am Nachbarstisch, kann es deshalb oft vorkommen, dass Du im Weg stehst. Ein lautes „Obacht“ von Bedienungen mit voll beladenem Tablett ist deshalb keine Seltenheit. Das bedeutet nämlich Achtung und meint meistens, dass Du zur Seite gehen sollst.

 

Das Was ist was der Münchner Biere

Bayern ist bekannt für sein Bier. Gerade wenn Du auf die Wiesn gehst, kommst Du fast gar nicht drum herum, einmal das Grundnahrungsmittel der Bayern zu probieren. Auch wenn Du schonmal Bier getrunken hast, sollte Dir bewusst sein, dass das Bier auf der Wiesn in der Regel stärker ist als normales Bier.

Ein Weißbier

Das obergärige Weißbia (Weißbier) schmeckt fruchtig-würzig und wird auch als Weizenbier bezeichnet.

Ein Helles

Das, auf der Wiesn meist verbreitete Bier, ist das Helle. Ein untergärig gebrautes, gold-gelbes Bier mit süßlich herbem Geschmack.

Ein Dunkles

Das dunkle Pendant zum Hellen. Nicht ganz so verbreitet wie das Helle, überzeugt das Dunkle –  ebenfalls ein untergäriges Bier – mit einem malzigen Geschmack.

Ein Radler

Nicht ganz so stark und deshalb ideal, um nicht sofort betrunken zu sein: Ein Radler. So sportlich wie es klingt, ist es aber nicht. In Bayern wird es nämlich süß getrunken. Das bedeutet: Eine Mischung aus Zitronenlimonade und einem Hellen.

Einen Russn

Ebenfalls ein etwas alkoholärmeres Getränk ist der Russn. Im Vergleich zum Radler, wird es nicht mit Hellem getrunken, sondern mit Weißbier. Der Russn oder Russ ist also ein Weißbier-Zitronenlimonade-Mix.

Nicht zum Trinken – das Noagerl

Ein Liter Bier ist für die meisten nicht gerade wenig. Nach einiger Zeit und vielen Schlucken, bleibt oft noch ein kleiner Rest Bier im Maßkrug zurück. Dieser Rest ist oft schal und schmeckt abgestanden. Das ist das sogenannte Noagerl – Du fällst nicht in Ungnade, wenn Du es mit zurückgibst.

 

 

Bayerische Schmankerl

Neben dem bayerischen Bier, kannst Du Dich auch essenstechnisch durch das bayerische Volksfest schlemmen. Hier ein paar Begriffe, die Du dafür unbedingt draufhaben solltest.

1 Eine Weißwurst zuzln

Wie bereits erwähnt, zuzeln Bayern ihre Weißwürste. Dabei werden sie angeschnitten und anschließend leer gezuzelt. Also quasi ausgesaugt.

2 Die bayrische Brezn

Auf der Wiesn gibt es sie meist in XXL: Die Brezn. Auch wenn sie gerne als Brezel ausgesprochen wird, heißt sie im Münchner Raum Brezn.

3 Ein Hendl fiesln

Das In-Gericht auf der Wiesn ist und bleibt wohl das Hendl. Meist ein halbes Hähnchen, serviert mit einer Brezn, dass Du dann mit Deinen Fingern ist – oder eben abfieselst, also abnagst.

3 Obatzdn, was?

Ein Obatzda ist eine Art würziger Käseaufstrich, bei der verschiedene Käsesorten zu einer cremigen Masse zusammen geknetet werden – also zu einem großen Batzn, gesprochen Bazn (Klumpen).

4 … Und nun an Guadn!

Also einen guten Appetit.

 

Nicht zu verwechseln:

Wie in jeder Sprache, gibt es natürlich auch im Bayerischen Wörter, die eine gewisse Verwechslungsgefahr hervorrufen.

1 Dirndl vs. Deandl

Was ein Dirndl ist weißt Du wahrscheinlich schon. Wenn Du nicht selbst eines anhast, siehst Du es zumindest massenweiße auf der Wiesn. Das Dirndl ist das bayerische Traditionsgewand der Frau. Eine junge Frau hingegen wird auch „Deandl“ genannt. Da die beiden Wörter recht ähnlich klingen, werden sie gerne verwechselt.

2 Der bayerische Spezi

Ein Spezi oder auch Spezl ist Dein Freund – nicht Dein Getränk. In Bayern bedeutet das Wort Spezi / Spezl auch Freund und hat deshalb wenig mit dem Orange-Cola-Getränk zu tun, dass Du sonst so kennst.

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